Da Archivteam verabschiedet sich
ENachdem Frau Brüggestrass und Herr Balters seit 2004 (anfangs mit Frau Briem) mit ungeheurem Zeitaufwand und herausragendem fachlichen Engagement das Kirchenarchiv überarbeitet und geordnet haben, hat das Archiv-Team 2009 die ehrenamtlich erbrachte Tätigkeit beendet.
In diesen Jahren erfolgte eine dringend erforderliche elektronische Datensicherung und die Datenordnung in den Findbüchern. Da heutzutage kaum jemand in der Lage ist, die altdeutsche Schrift, das Sütterlin, zu lesen, kann sich die Evangelische Kirchengemeinde Neukirchen glücklich schätzen, dass mit unermüdlichem Fleiß nunmehr die alten Dokumente transkribiert sind. Den Archivaren ist es zu verdanken, dass Geschichte lebendig und auch begreifbar im wahrsten Sinne des Wortes bleibt.
Einige Urkunden des Archivs reichen bis in das Jahr 1374 zurück. Es findet sich dort auch eine Bibel aus dem Jahre 1562 als eines der ersten buchdruckerischen Sakraldokumente in deutscher Sprache. Diese historischen Schätze betreut zu haben, ist die besondere Leistung des Archiv-Teams.
Hierfür sagt das Presbyterium im Namen der gesamten Kirchengemeinde Neukirchen Frau Brüggestrass und Herrn Balters herzlichen Dank.
Sabine Fietze
Bericht vom kreisrchlichen Männertag
Das Thema war brisant! Es ging um das Elterngebot: "Du sollst deinen Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohlgehe und du lange lebest in dem Land, das dir der Herr, dein Gott geben wird."
Im Eingangsreferat von Prof. Okko Herlyn wurden uns zunächst die geschichtlichen Hintergründe aufgezeigt und es wurde deutlich, dass es doch einen deutlichen Unterschied zwischen der Zeit, als Mose lebte, und unserer heutigen gibt. Trotzdem haben wir auch Parallelen gefunden. Uns wurde mit Hilfe von verschiedenen Bibelstellen die Bedeutung dieses Gebotes, das sich auf der 1. Tafel befindet, die Mose am Berg Sinai erhalten hat, klargemacht. Das Gebot steht somit in der Mitte der 10 Gebote und verbindet die Gott bezogenen Gebote mit denen, die sich auf die Menschen beziehen.
Nach dem Eingangsreferat schloss sich eine Podiumsdiskussion an, an welcher sich das Plenum ausgiebig beteiligte. In der Runde diskutierten Rudolf Apostel, der die Generation der Urgroßeltern vertrat, Okko Herlyn für die Großeltern, Christian Hemmerling sprach stellvertretend für die Eltern und Christian Großmann für die Kinder. Moderiert wurde das Ganze durch Johannes Altrock.
Sehr schnell kamen wir auf den Generationenkonflikt zu sprechen; Fragen nach der Rentenverteilung und dem Rollenverständnis. Ist es heute überhaupt möglich in Würde alt zu werden? Werden die „Alten" denn überhaupt geachtet oder werden sie durch Jüngere - sei es in der Pflege, sei es im privaten Umfeld - bevormundet. Als Konsequenz ergab sich, dass die Vorurteile, die es bei allen gibt, nur durch das persönliche Gespräch aus der Welt geschafft werden können. Denn dann stellt man auf einmal fest: Die Alten / Jungen sind ja ganz anders - mit denen kann man reden wie mit seinesgleichen!
In dem sich anschließenden Gottesdienst beleuchtete Okko Herlyn in seiner Predigt die Problematik von einer ganz anderen Seite. Er konfrontierte uns mit einem Jesus, der hier so gar nicht nach dem Gebot handelte (vergl. Markus 3, 31 ff.).
Ein ganz herzlicher Dank allen, die uns diesen Männertag ermöglicht haben. Besonders erwähnen möchte ich hier den CVJM-Posaunenchor, der in hervorragender Weise die defekte Orgel ersetzte.
Peter Conrad
(Gemeindebrf. der ev. KirchengemeindeVluyn)
Fackelwanderung zum Kartoffelfeuer
Ein wunderschöner Spätherbsttag, mit viel Sonnenschein und leuchtend buntem Herbstwald, geht zu Ende. Es ist Freitag, der 30. Oktober 2009 ,der Abend vor dem Reformationstag.
Neben dem Parkplatz am Klingerhuf steht in der Dämmerung, mitten in einem Kerzenkreis, ein einsamer Vater und wartet.
Nicht lange, denn in den nächsten Minuten strömen mehr als 100 Männer und Kinder aus aller Welt (Vluyn, Neukirchen und Kamp-Lintfort) zu dem Kerzenkreis. Alles Teilnehmer einer Vater- Kind Aktion unter dem Motto: “Hallo-ween” interessiert das, wir bieten eine Fackelwanderung mit traditionellem Kartoffelfeuer.
Alle Kinder werden mit Fackeln ausgestattet. Die Väter gehen zunächst leer aus, denn sie sollen die kleinen Fackelträger an die Hand nehmen und ihnen so auf dem Weg durch den finsteren Wald, Mut und Sicherheit vermitteln (eine elementare Väteraufgabe) und ganz nebenbei die “Vorläufer” vor Brandlöchern schützen.
Ein beeindruckender Fackelzug macht sich auf den Weg quer durch den Wald, bis nach ca. 40 Minuten das Ziel erreicht ist . Auf einer Waldwiese startet in kürzester Zeit ein geschäftiges Treiben, bei dem viele Väter und Kinder Hand mit anlegen.
Zwei Feuerstellen werden entzündet, ein Kohlefeuer für die Kartoffeln und ein großes zum Wärmen. Im Akkord werden Schmalzbrote geschmiert und alle erhalten Getränke . Etwas später sucht sich jeder ein gemütliches Plätzchen am großen Lagerfeuer und mit Gitarrenbegleitung erklingen einige alte Abendlieder. Der Vollmond ,der sich von oben das ganze Spektakel anschaut wirkt richtig beeindruckt, von so vielen Vätern und Kindern hat er sicher lange nicht mehr sein altes Lied gehört (Der Mond ist aufgegangen). Als Pfarrer Frank Rusch eine kurze Geschichte von einem kleinen Elfchen, welches sich im Wald verirrt hat, erzählt ,wird es ganz still am prasselnden Feuer und Kinder und Väter lauschen:
“ Wandel und Erneuerung, zwei wichtige Dinge, da ansonsten immer alles beim Alten bleibt und das Alte hat manchmal dringend Veränderung und Erneuerung nötig. Das hat sich vor vielen, vielen Jahren auch Martin, nein, nicht Sankt Martin, sondern Martin Luther gedacht. Nach der Geschichte sind dann auch endlich die köstlichen Kartoffeln fertig und werden mit Dipp verspeist. Später befolgen Väter und Kinder nach und nach die Empfehlung aus dem alten Lied : “So legt euch denn ihr Brüder in Gottes Namen nieder, kalt weht der Abendhauch”.
Danke lieber Gott für Deinen Schutz und Segen, das schöne Wetter, die tolle Erfahrung und die gemeinsame Zeit von Vätern mit ihren Kindern.
Jörg Schreiber
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